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Selbsthilfe gegen Judaslohn verkauft

 

Kommentar von Marc C. Rüller, Publizist

 

Seit über 50 Jahren haben die beiden Selbsthilfeorganisationen Schweizerische Caritasaktion der Blinden CAB und Deutsches Katholisches Blindenwerk DKBW für den Aufbau und Betrieb des Internationalen Blindenzentrums in Landschlacht gesammelt und unzählige Millionen von Franken investiert.

 

Dies erfolgte bis heute mit dem Gedanken, blinden, sehbehinderten und taubblinden Menschen eine Rückzugsmöglichkeit inmitten einer intakten Umgebung zu gewähren und einen Ort der Kontakte, Energie und Erholung zu bieten.

 

Die beiden verantwortlichen Selbsthilfeorganisationen vollbrachten dieses Werk in authentischer Weise und unter Aufbringung all ihrer Kräfte. Sie boten über Jahrzehnte für tausende von behinderten Gästen eine einmalige Umgebung.

 

Den aktuellen Führungsgremien der beiden Selbsthilfeorganisationen fehlt nun aber ganz offensichtlich das visionäre Denken ihrer Vorfahren und alleine die Trickkiste des verführerischen Mammons bei einem allfälligen Verkauf des gesamten Zentrums in aussichtsreicher Höhe über dem Bodensee genügt, um die Vorsätze und statutarisch verankerten Grundsätze zu ignorieren und den windigen Versprechungen von Immobilienmaklern auf den Leim zu kriechen. Die Vertreter von CAB und DKBW folgen einstimmig zwiespältigen Argumenten ihres Stiftungsratspräsidenten und schlagen das seriöse Angebot einer aus der Sehbehinderten-Selbsthilfe stammenden Initiativgruppe zur Fortführung des Blindenzentrums einstimmig aus.

 

Zum Nachdenken veranlassen die Rolle der ostschweizerischen Stiftungsaufsichtsbehörde, die einen Präsidenten in die Stiftung beruft, dessen Ziel die Wahrung und Interessen der Stiftung und des Stiftungszweckes sein sollte, dessen Verbindungen zur zukünftigen Mieterin der Immobilie und zu seinem Berater in Sachen Verkauf der Liegenschaft aber undurchsichtig sind. Nicht umsonst hat er den nun vollzogenen Schritt immer wieder unverhohlen angekündigt.

 

Den betroffenen behinderten Menschen bleibt das Nachsehen - sie sind von ihren Vertretern der Selbsthilfeorganisationen verraten und verkauft worden. Sie werden keine weitere Gelegenheit erhalten, eine Begegnungsstätte dieser Art aufzubauen. Nach dem 30.9.2018 finden sie keinen Zugang mehr zu ihrem Blindenzentrum, wo sie Kraft für ihren Alltag schöpfen können. Mit dem Beschluss schliessen die Vertreter der Selbsthilfe die Blinden, Taubblinden und Sehbehinderten von dem ihnen gestifteten Werk aus. - Das ist Exklusion und kein Beitrag zur Inklusion.

 

Was mag den StiftungsrätInnen gedroht haben, dass sie blind den schnöden Mammon gegriffen haben?

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